Die Woermann Story

120 Jahre Qualität, Tradition und Innovation made in Germany

 

Anno 1880 ...

standen die Zeiten im heutigen Deutschland noch nicht auf Krieg und Zerstörung, sondern überwiegend auf zukünftige Moderne, die sich weiter entwickeln sollte. Als Beispiel hierfür kann man die Entwicklung der ersten Automobile sowie allgemein der Fortbewegungsmittel zählen und das Fertigstellen bekannter und berühmter Bauwerke, wie den Kölner Dom oder den Berliner Anhalterbahnhof, die beide um 1880 fertig gestellt wurden. Die deutsche Industrie setzt ihre noch junge Entwicklung fort und durch die Verbreitung von Maschinen und Produktionswerken wird versucht, in jeder Hinsicht größere Ausmaße anzunehmen und durch neue Erfindungen zusätzlich interessant zu bleiben. Die Nutzung der elektrischen Energie wird immer vielseitiger und so kommt es nun auch erstmals zur elektrischen Straßenbeleuchtung, allerdings nicht in Deutschland, sondern in Indiana.
 

Cigarrenstadt Bünde

Im ostwestfälischen Bünde-Hüffen gründet zu dieser Zeit Heinrich Woermann die Woermann Cigarrenfabrik als Filialbetrieb. Doch erst im Jahre 1890 lief die Produktion auf eigene Rechnung und deshalb zählt für Woermann Cigars erst dieses Datum als Ausgangspunkt einer erfolgreichen und bis heute fortgesetzten Erfolgsstory. Die damaligen Woerman Produkte – im übrigen ausschließlich Cigarren, denn Rillos waren damals noch nicht bekannt – trugen allesamt nur Nummern. Die Formate und Marken haben teilweise bis in die heutige Zeit überdauert, z.B. die Keulen-Formate oder die beliebten Seefahrer, die noch heute das Highlight der Eigenproduktion darstellen.

Nachdem Heinrichs’ Sohn Heinrich Woermann im 1. Weltkrieg gefallen war übernahmen die Brüder Gustav und Wilhelm Woermann die Firmenleitung. Zu Beginn des 3. Reiches, im Jahr 1935, verließ Wilhelm das Unternehmen und wurde abgefunden.

Gustav Woermann führte das Unternehmen bis zu seinem Tod 1944 erfolgreich weiter. Seine Witwe Hildegard übernahm die Geschäftsleitung  und steuerte das Unternehmen durch die Nachkriegszeit, bis sie im Jahre 1963 die Produktionsleitung an Heinz-Dieter Woermann übergab und dieser das Unternehmen ab 1964 am neuen Standort in Bünde-Hüffen weiter auf Expansionskurs brachte.

 

Erfolgreiche Shortfiller

Durch erfolgreiche Produkte, die in den deutschen Tabakwarengeschäften reißenden Absatz fanden, war man zu Beginn der 1990er Jahre gezwungen,die Kapazitäten zu erweitern. Man übernahm kurzer Hand die Firma Heinrich Wiechen und siedelte die Woermann Cigarrenfabrikation in Bünde-Ahle an. Die Fa. Wiechen war bekannt für ihren Kassenschlager „Gelbstreifen“, die auch heute noch bei Woermann eine große Rolle spielen. Im Zuge des Erfolgs erwarb man im Jahre 1994 noch die Firma Koch & Söhne – eine der traditionsreichsten Firmen in Bünde, die so bekannte Produkte wie „Hausmarke“ herstellten – und nur drei Jahre später reichte auch dieser Produktionsstandort nicht mehr aus, um die abermals gestiegenen Anforderungen zu befriedigen.  Denn Peter Woermann, der 1997 die Geschäftsleitung von seinem Vater Heinz-Dieter übernahm, hatte weit reichende Pläne.

Woermann Spezialitäten

Moderne Zeiten

1998 baute er in Rödinghausen, nicht weit von Bünde, eine komplett neue Fabrik ganz nach seinen Wünschen und den Erfordernissen einer modernen Produktion entsprechend. Zur Jahrtausendwende ging Peter Woermann dann mit der nunmehr als H. Woermann GmbH firmierenden Gesellschaft, eine Partnerschaft mit der Friedrich Scholle GmbH & Co. KG ein.

Da Woermann immer eine reine Cigarrenfabrik war und Scholle immer Cigarillos produzierte, ergänzten sich beide Unternehmen aufs Vortrefflichste. Zudem hatte Friedrich Scholle schon sehr früh damit begonnen, handgerollte Longfiller zu importieren. Marken wie Jose Benito, Cibao und Condal wurden schon 1991 auf dem deutschen Markt eingeführt und sind noch heute beliebte Cigarren im Woermann Sortiment.

Das neue Jahrtausend

2001 entstand hieraus die Woermann & Scholle GmbH & Co. KG, die im selben Jahr gemeinsam mit der CITA Teneriffa eine neue Vertriebsgesellschaft, die Woermann Cigars GmbH bildete. Mit Thomas Strickrock kam ein ausgewiesener Vertriebsprofi als Gesellschafter hinzu und wurde neben Peter Woermann und Friedrich Scholle zum Geschäftsführer bestellt.

Als im Jahr 2003 Friedrich Scholle in den Ruhestand ging und seine Gesellschaftsanteile an die beiden „Jungunternehmer“ abgab, wurde es Zeit, die weiteren Expansionspläne umzusetzen und neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Woermann heute

Wo steht Woerman Cigars heute? Welche Marken gehören zum Sortiment?

Sortimentserweiterung

Während in früheren Zeiten der Schwerpunkt der Produkte auf deutschen, maschinell gefertigten Shortfillern lag, die sich auch heute noch im Fachhandel reger Beliebtheit erfreuen, gilt Woermann Cigars ebenso als einer der Großen im Bereich Longfiller aus den karibischen Ländern. Und das seit 2004 auch mit einer eigenen Produktion in der Dom.-Rep. Marktführend ist die Woermann Cigars GmbH mittlerweile mit Cigarren von den Kanaren. Als Importeur so bekannter Marken wie Condal, Peñamil oder Goya hat Woermann nicht nur große Kompetenz bewiesen, sondern auch einen großen Freundeskreis für diese Cigarrenprovinienz geschaffen.

Thomas Strickrock hat auf seinen zahlreichen Reisen dann auch noch eine weitere Spezialität entdeckt, die im Jubiläumsjahr 2010 in limitierter Auflage von 2.500 10er Kisten auf den Markt gekommen ist: die Mito de la Palma. Der erste und einzige Puro von den Kanaren. Und da mittlerweile die Marken Condal, Peñamil und Goya nicht mehr produziert werden, freut man sich im Hause Woermann auf der diesjährigen inter-tabac den Nachfolger der beliebten Condal, die Edición Canarias präsentieren zu können.

Fachhandelspartner

Außer den Kanaren, der Dom.-Rep. und Honduras findet sich eine weitere, exklusiv von Woermann Cigars kreierte Spezialität im Produktportefeuille: die Mito de St. Andres. Ein abgelagerter mexikanischer Puro, der mittlerweile im Fachhandel so beliebt ist, dass die Marke inzwischen schon 6 Formate aufweist.

Neben dem eigenen Vertrieb von Premiumcigarren und deutschen Shortfillern zeichnet sich Woermann auch als starker Partner des Einzelhandels aus. Woermann gehört zu den führenden Produzenten von Eigenmarken anderer großer Vertriebsgesellschaften, wie John Aylesbury oder Wolsdorff Tobacco - die im übrigen zusammen mit den Kunden entwickelt werden - und auch für so bekannte Marken wie Dallmayr. Auch weitere Genussmittel wie Kaffee oder Spirituosen runden zunehmend das Sortiment weiter ab und geben dem Fachhandel neue Impulse.

Markenkompetenz

Im Jahre 2005 übernahm die Woerman Cigars GmbH den Vertrieb der Qualitätsprodukte von Charles Fairmorn, die so bekannte Marken wie Belmore, Connshade, Quisqueya, Dominican Santiago Selection und Piper's produziert, diese Partnerschaft wurde aber zum Ende des Jahres 2011 beendet. Gezwungen durch die Neustrukturierung der spanischen CITA und um einer Abhängikeit dieses Großkonzerns zu entkommen, kauften Peter Woermann und Thomas Strickrock sämtliche Anteile am gemeinsamen Unternehmen zurück.

Seit 2006 sind nunmehr die Unternehmen Woermann & Scholle GmbH & Co. KG sowie die Woermann Cigars GmbH zu 100% im Besitz der beiden Gesellschafter Peter Woermann & Thomas Strickrock.

Im Jubiläumsjahr 2010 beschäftigt das Unternehmen 30 Mitarbeiter und 4 Repräsentanten im Außendienst.


Und wie sieht die Zukunft aus?

Was erwartet uns an neuen Kreationen und wie sehen die beiden Geschäftsführer die drohenden Restriktionen für Raucher?

Hier das Interview mit den beiden Geschäftsführern. 

CN: Peter, bei den anhaltenden Restriktionen durch Politik und Gesundheitsapostel würde sich jeder Unternehmer hüten in Deutschland zu investieren und Personal einzustellen. Was sind Eure Absichten?

PW: Den deutschen Markt weiter mit Qualität und Kontinuität bearbeiten und beliefern. Darüber hinaus verstärkt den Exporthandel vorantreiben, denn da sind wir noch im Aufbau und haben noch viele Chancen.

CN:  Wie interessant ist für Euch der amerikanische Markt, da ihr ja eine eigene Produktion in der Dom.-Rep. habt?

PW: Der amerikanische Markt ist immer interessant auf Grund des hohen Volumens. Wir möchten aber betonen, dass von dem Standort in der Dominikanischen Republik fast alle Exportländer bedient werden.

CN:  Welche Stückzahlen produziert Woermann eigentlich und wo sind Eure Grenzen?

PW: In Deutschland werden ca. 9 - 10 Mio. Cigarren und Cigarillos produziert und in der Dom. Rep. sind wir im laufenden Jahr auch schon bei 4 Mio. Neben den USA ist für uns Spanien ein sehr starker Markt. CN:  Die inter-tabac ist ja mittlerweile die bedeutendste Messe dieses Segments weltweit, welche Bedeutung hat sie für Euch und welche Rolle spielen die Exportmärkte?

TS: Der deutsche Markt stagniert bzw. ist seit ca. 3 Jahren rückläufig.  Ähnlich empfinden wir diese Entwicklung auch auf der Messe. Deshalb liegt auch eine große Konzentration der Kräfte auf dem Export. Und in diesem Punkt hat die inter-tabac uns in den letzten Jahren sehr gut getan.

CN:  Mittlerweile machen auch große Filiallisten, wie z.B. Cigarworld/Benden in Düsseldorf, nach der inter-tabac eigene Hausmessen, auf denen ihr ja auch präsent seid. Wie wichtig sind solche Events und wird es mehr davon geben?

TS: Events dieser Art sind mir mittlerweile vier bekannt. Sowohl im kleinen als auch im großen Stil. Aber das ist sekundär. Wichtig ist, dass die Händler aktiv sind und um ihre Konsumenten kämpfen, Ihnen etwas bieten und sie an sich binden.

CN:  Thomas, Du bist ja verantwortlich für das Marketing und hast so erfolgreiche Produktneuheiten wie die Mito de San Andres und die Mito de La Palma kreiert. Auch eure kleinen dicken Formate Fat Shorty und Big Mama und die preiswerten Bundles sorgen am Markt für Furore. Gibt es neue Produkte oder setzt Du auf uns noch nicht bekannte Trends?

TS: Leider sind uns die Trends bekannt und ich sage leider, weil alles in Richtung preiswert, teilweise sogar billig geht. Darin steckt eine große Gefahr. Noch günstiger kann man irgendwann nicht mehr werden, dann geht es zu Lasten der Qualität. Hier muss der Handel sehr vorsichtig und kritisch den Produkten gegenüber sein.

CN:  Durch die Werbeverbote sind ja bereits jetzt schon sehr enge Grenzen für die Produzenten gesetzt, für ihr Unternehmen oder die eigenen Produkte Werbung zu machen. Z.B. darf die Unternehmenswebseite keine Produkte abbilden. Gleichzeitig gibt es Wettbewerber die genau das Gegenteil machen und nach wie vor alles auf ihren Webseiten präsentieren, gibt es da Ausnahmeregeln?

PW: Nein, gibt es nicht. Mir sind die Wettbewerber bekannt, aber wir werden keinen unserer Kollegen in die berühmte Pfanne hauen. Hier gilt,  Glück gehabt oder der Krug geht so lange zum …..

CN:  Die Ausweitung auf Genussmittel wie Kaffee oder Tequilla sind nicht zuletzt der Absicherung gegen Absatzrückgang und weiteren Verkaufseinschränkungen geschuldet. Wie erfolgreich ist dieses Segment und wollt Ihr das weiter ausbauen?

TS: Sicher kompensieren wir einige Umsätze über diese Sortimente, es ist jedoch wichtig, dem Handel Produkte an die Hand zu geben, mit denen er die Genussmenschen unserer Gesellschaft auch in diesen Bereichen bedienen kann. Wir müssen uns heute und in Zukunft Gedanken über die Sortimente machen, damit wir den Wandel im Handel nicht verschlafen.

CN:  Unabhängig von euren eigenen Produkten, welche Cigarren bzw. –formate raucht ihr selbst am liebsten? Ihr dürft natürlich auch die Mitbewerber loben ....

PW: Shortfiller aus der eigenen Produktion. Am liebsten Panatella Brasil.

TS: Damals Condal Robusto, heute heißt der Nachfolger Edicion Canarias Robusto und verschiedene Cigarillos aus der eigenen Produktion.

CN:  Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!


 

Peter Woermann, Jahrgang 1966, ist seit 1990 in der Cigarrenbranche, seit 1993 ist er Mitglied des Vorstands im Bundesverband der Zigarrenindustrie und seit 2010 Vorstand des BDZ. Er ist verheiratet und hat 3 Söhne.

Bei Woermann ist er zuständig für Produktion, Technik und Finanzen.

Thomas Strickrock, Jahrgang 1964, ist seit 26  Jahren dem Genuss verschrieben. Mit 20 Jahren startete er im Vertrieb von EDUSCHO-Kaffee, dann 2 Jahre Verkaufsleiter bei AGIO, mit 28 Jahren nationaler Vertriebsleiter bei Dannemann und seit 2001 Gesellschafter bei Woermann Cigars.
Er ist verheiratet, hat einen Sohn und genussvolle Hobbies wie Harley Davidson, Skifahren, Kitesurfen, gutes Essen, schöne Weine und super Cigarren.

Bei Woermann ist er zuständig für Marketing, Vertrieb und Importe.


Impressionen aus der Fabrik

Heute produziert Woermann in Deutschland und in der dominikanischen Fabrik mit modernsten Produktionsanlagen. Gleichzeitig setzt man aber auch auf bewährte Produktionsanlagen, die selbst durch moderne Technik heutzutage nicht ersetzt werden können. Dies sieht man z.b. am abgebildeten Trockenschrank aus den 40er Jahren, der auch heute noch für Spezialitäten zum Einsatz kommt.


 
Wie man sehen kann, sind hohe Lagerkapazitäten kein Problem.

 

*: inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten.