Was nicht passt, wird passend gemacht ...

so ungefähr könnte das Motto von Marc André lauten, dem wohl bekanntesten Fachmann für Humidorbau und alles was die Befeuchtung von Cigarren und entsprechenden Behältnissen derselben angeht. Neben seinen eigenen Humidoren und Kabinettschränken fertigt Marc André auch begehbare Humidore für Privatleute und die Gastronomie oder er baut vorhandene Lösungen so um, dass bestehende Probleme eliminiert werden. Und in seiner ureigenen schwäbischen Art natürlich konsequent oder man kann auch sagen stur. Denn wo André drauf stehen soll, da darf es von der Funktion her keine Kompromisse geben! Eher verzichtet er auf einen Auftrag.

Cigarnews durfte am 30.10.10 live dabei sein, als der Meister den Humidor in der Habana Lounge des 5 Sterne Hotels Mondial in Köln um- und einbaute.

Das Leistungsspektrum ...

von Marc André umfasst neben der Herstellung von Humidoren - im übrigen alle made in Germany! - auch das Entwickeln von Befeuchtern in verschiedenen Größen.

Bekannt sind hier vor allem das von ihm maßgeblich entwickelte Hydrocase, welches in fast jeden Tisch- oder Schrankhumidor bis 20l Volumen nachträglich eingebaut werden kann.

Für Kabinettschränke und begehbare Humidore entwickelte er die bekannten Yterbium Befeuchter, deren Nachfolger der HUMINATOR® ist, welcher im nebenstehenden Mondialhumidor erstmals eingebaut wurde. Durch seine mittlerweile internationale Bekanntheit auch als Autor (monatliche Artikel im Cigar Cult Journal und Cigarclan) wird er zunehmend für den Bau von exklusiven, begehbaren Humidoren in privaten Häusern und im Yachtbau gefordert. Unerreicht auch die von André konzipierten Stone Humidors für Dellos. Und auch in der Kraftfahrzeugindustrie ist André mit seinen Humidoren vertreten. So finden Sie seine Humidore als bestellbares Accessoire bei Audi, Daimler-Benz und Maybach.


Es war einmal ...

eine wunderschöne Hotellounge die einen eingebauten Humidorschrank hatte. Schon etwas älter und recht rustikal, lagerten die Cigarren in 2 Eurocave Humidoren wie in einem dunklen Verlies. Als Basis dienten Weinklimaschränke mit Kühlung und diese Machart war vielleicht vor 10 Jahren mal modern bzw. angesagt unter Aficionados.

Zwei umgebaute Weinklimaschränke als Basis
 

 

Aber außer teuer waren sie für die Cigarrenlagerung eher nicht zu gebrauchen. Denn wie auch alle anderen Humidore mit Kühlung hat man eine gleichmäßige Feuchtigkeitsverteilung und Feuchtigkeitskonstante mit diesen Geräten nicht erzielt. Was u.a. daran liegt, dass bei einer Kühlung gleichzeitig Feuchtigkeit entzogen wird und es einer umfangreichen und komplexen Gegenmaßnahme bedarf um dies wieder auszugleichen. Aber das kann Marc André weit besser erklären.

Nun, auf jeden Fall war dem Hoteldirektor Torsten Stiegler - bekennender Aficionado - schon recht bald nach seinem Dienstantritt klar, dass dieser Zustand geändert werden muß.

Die Aufgabe für Marc André bestand nunmehr darin, in die vorhandene Aussparung mit den Maßen von 131 x 86 cm einen nicht nur funktionierenden sondern auch optisch ansprechenden Humidor einzubauen. Hierbei musste beachtet werden, dass die Cigarren gut beleuchtet - aber nicht gegrillt - werden und das man dem Gast die Cigarren bei Bedarf auf den Trays an den Tisch bringen kann.

Auch sollte dafür gesorgt sein, dass man auch Kisten bei Bedarf einlagern kann. Schaut man sich die Bilder des Ursprungshumidors an, dann kann man beim vorherrschenden Platzangebot schon von einer Herausforderung sprechen.


Der Umbau

Nachdem Marc André den Humidor im Vorfeld vermessen hatte und sich Farbmuster des Furniers mitgenommen hatte konnte er mit der Planung und Fertigung beginnen. Der Korpus aus mit Mahagoni furnierter Tischlerplatte wurde gebaut und an den sichtbaren Fronten lackiert, alle erforderlichen Bohrungen und Aussparungen vorgenommen.


Im ersten Arbeitsgang wird der Korpus nun verkabelt und mit einigen Steuergeräten für die Lichtleisten versehen.


Die Hochzeit

Nachdem alles korrekt verkabelt wurde wird ein kurzer Funktionscheck gemacht damit man den Korpus hinterher nicht wieder herausnehmen muss. Um Kosten zu sparen ;-) verdingte sich der Direktor selbst als Hilfskraft und packte beherzt mit an. 


Feinjustierung

Jetzt muss dafür gesorgt werden das der Korpus perfekt steht und ausgerichtet ist. Dann wird das ganze fixiert und schon ist das Ganze fertig zur Bestückung.

Nun kann man wunderbar einen Blick auf den Rohbau werfen. Schön anzusehen, die schöne Innenverkleidung aus Mahagonifurnier.


Das Herz

Nun erfolgt der Einbau des wohl wichtigsten Teils eines jeden Humidors: der Befeuchter! Zum Einsatz kommt hierbei erstmals der neue HUMINATOR® von Marc André. Ausgestattet u.a. mit einer Dauerumluftfunktion und einem 9l (!) fassenden Wassertank bietet er durch seinen intelligenten Aufbau außerdem eine kinderleichte und praxisgerechte Bedienung die ihres Gleichen sucht.

Mittig in einem Auszug mit automatischem Selbsteinzug positioniert, bietet der Auszug auch noch reichlich Platz um Schere, Feuerzeug und andere Utensilien unterzubringen. Im Falle einer Fehlfunktion oder bei Warnung (z.B. Nachfüllen des Wassers) wird nicht nur optisch ein Alarm gegeben, nein, zusätzlich erfolgt auch eine akustische Warnung.


Die Tablare

Weiter geht es mit dem Einsetzen der herausziehbaren Tablare aus massiver spanischer Zeder. Wunschgemäß so gearbeitet, das die Cigarren in 3 herausnehmbaren Trays gelagert werden können. Natürlich verfügen auch die Auszüge über einen automatischen Selbsteinzug sowie an der Unterseite eine integrierte Beleuchtung.

Hierbei sitzen wasserfest vergossene Lichtleisten, die nahezu keine Wärme abgeben, in den Querfriesen der Roste - unsichtbar und blendfrei integriert wird jede Etage gleichmäßig ausgeleuchtet. Und das Beste - die Stromversorgung erfolgt über die seitlichen Metallleisten, die die Haltewinkel für die Roste aufnehmen. Somit können Sie selbst einen beleuchteten Rost stufenlos in der Höhe verstellen. Drücken Sie ihn einfach auf die Haltewinkel und er leuchtet. Keine Kabel, keine Technik - nichts ist sichtbar - einfach nur konzentriert auf die perfekte Präsentation der Cigarren.


Die Türen ...

aus klarem Sicherheitsglas können jetzt eingesetzt werden und müssen aufwendig ausgerichtet werden. Jede Tür ist durch ein Schloß gesichert.


Fast fertig

Eigentlich ist der Humidor nun Betriebsbereit. Das einzige was neben der Bestückung mit Cigarren noch fehlt, ist eine Blende, welche den verbliebenen Spalt am oberen Rand zum Gesamtkorpus verdeckt. Dieser wird nun im Nachgang angefertigt und zu einem späteren Zeitpunkt einfach passgenau eingeklickt.


Platz für ca. 1.200 Cigarren!

In einer Einbauzeit von knapp 4 Stunden hat es Marc André geschafft wieder einmal einen wunderschönen und perfekt funktionierenden Humidor aufzubauen. Die Befeuchtung wurde auf 70% eingestellt und bereits nach 8 Minuten wurde dieser Wert erreicht und konstant gehalten!!! (Und das ohne jegliche Vorbefeuchtung oder Vorkonditionierung).

Die Kosten für den Humidor inkl. Ausmessen und Aufbau betrugen ca. 6.000€. Ungefähr soviel, wie die einzelnen Eurocave jeweils gekostet haben!


Und hier präsentiert Marc André in einem kurzen Video den eingebauten Humidor:


 

 

*: inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten.