Kraft & Würze trifft auf trockenen Fruchtschmelz

Bei den „Ochos” – einer Eigenmarke aus dem Haus „clubcigarren.com” – handelt es sich um eine preiswerte kleine Puros-Familie, die in fünf Formaten erhältlich ist und bei der die Tabake (inkl. Umlage und Deckblatt) vollständig aus Nicaragua stammen.

Auch wenn die verschiedenen Formate kleine Unterschiede im Rauchgenuss und -geschmack aufweisen, lassen sie sich aber problemlos auf einer einheitlichen gemeinsamen Basis beschreiben: Ich habe sie als kräftig-würzige Typen wahrgenommen, die auch eine gewisse Schärfe aufweisen, die zum Ende hin deutlich zunimmt, ohne dass ich sie als unangenehm empfunden habe. Am stärksten und kräftigsten wirkte die „Labrador“, die beste Balance hatte für mich die „Principe“. Alle Formate zeichnen sich durch einen vollen, robust-rustikalen Körper aus und zeigten mehr oder weniger ausgeprägte Aromen von Nüssen, eher schärferen Gewürzen, aber auch feine Anklänge von Mokka und dunkler Schokolade. Die Ochos sind sehr ordentlich verarbeitet und alle gerauchten Exemplare wiesen einen recht gleichmäßigen kräftigen und vollen Zug auf. Keine hohe Finesse, aber eine gute Zigarre für den kräftigen Smoke zwischendurch bei sehr ordentlichem Preis-Leistungs-Verhältnis!

Mit einem Wein dazu habe ich mich – gerade wegen des rustikalen Geschmacks der Zigarren – recht schwer getan. Und deshalb ist die Überschrift auch irreführend, denn ich bin durch Zufall auf eine etwas abweichende Idee gekommen. Als ich nämlich eine Principe rauchte und zum wiederholten Mal einen Rotwein dazu probierte, der nicht wirklich passte und gerade in der zweiten Hälfte der Zigarre von ihr regelrecht an die Seite gespielt wurde, schenkte meine Frau sich ein Glas Schaumwein ein. Es war der Schaumwein – vom Typ „brut“ –, den ich bei meinen professionellen Weinverkostungen und -seminaren regelmäßig zur Begrüßung anbiete. Und obwohl er als „brut“ natürlich ganz trocken ist, verfügt dieser Sekt über einen schönen, fast schon opulenten Fruchtschmelz und einen vollen, aromatischen Körper mit immerhin 13 Vol.-% Alkohol.

Das passte dann auch wirklich gut und war zu den Ochos – und sicherlich auch zu ähnlichen kräftigen Zigarren mit zunehmender Schärfe – eine wunderbare Erfrischung mit einem Fruchtgeschmack und einer feinen Säure, die beide prima gegenhalten. Und gleichzeitig ein durchaus gehaltvolles Getränk, dass sowohl solo als Aperitif, als auch ganz besonders gut zu Melone mit Schinken, anderen mediterranen Antipasti und zu Meeresfrüchten seine Qualitäten zeigt.

 

Anbaugebiet: Italien, Toskana
Wein: Le Chiassaie, Vino Spumante, V.S.Q.P.R.D.
Rebsorten: Chardonnay, Pinot Nero, Verdicchio
Jahrgang: 2009

aus biodynamischem Anbau
6 Monate Ausbau auf der Hefe

komplexe Fruchtaromen von Zitrus, Pfirsich, reifen Äpfeln, exotischen Früchten, dazu Mandel, feine Andeutung von Brot (Hefe) und florale Anklänge
frisch, elegant, dicht, voll, intensiv

Genussphase 2010 bis 2014
Silber bei der MUNDUS vini Biofach 2011
Eigenbewertung 8/11 Punkte

Fazit: Es handelt sich also um einen Schaumwein, der auf zwei der drei Rebsorten basiert, die auch im Champagner verwendet werden, ergänzt um die mittelitalienische Rebsorte Verdicchio, die einen eigenen mediterranen Charakter dazugibt.

Auswahl und Beschreibung sind natürlich rein subjektiv und ohne Gewähr. Den Genießern der Ochos-Zigarren wünsche ich viel Spaß – natürlich auch beim Auffinden anderer interessanter Kombinationen. Vielleicht haben Sie ja auch schon tolle Genusskombinationen gefunden?

Der Sekt übersteigt preislich übrigens die 10 Euro / Flasche à 0,75 l nicht.

Kontaktieren Sie mich gern, sollten Sie an einem Bezug eines der Weine interessiert sein.

Beste Grüße 
Christoph Landwehrs 

Autor: Christoph Landwehrs

Bilder/Video: © CigarNews.de

20 Jahre Weinerfahrung ...

haben dazu geführt, dass Christoph Landwehrs - nach einer erfolgreichen beruflichen Karriere - seinen Lebenstraum umgesetzt und sich mit seinem Interessengebiet selbstständig gemacht hat. Das aber nicht auf unvorbereitete Art und Weise:

Als Genussmittel entdeckte er den Wein in den 80er Jahren; zum Thema zu lernen (Fachzeitschriften, Bücher), begann er zu Beginn der 90er. Damals begann er auch mit der Anlage von Wein- und Wissensdatenbanken; mittlerweile sind viele tausend Weine aus aller Welt erfasst, beschrieben, bewertet. In den 90er Jahren hat er angefangen, regelmäßig Weinverkostungen, -seminare, -events zu besuchen, war viele Jahre Mitglied in Weinclubs und hat seitdem Reisen in diverse europäische Weinregionen unternommen. 

Um 2004 fingen die Dinge an, sich zu wiederholen, so dass er sich entschloss, eine offizielle Weinausbildung anzustreben. Dabei hat er sich für die international renommierte Ausbildung des „Wine and Spirits Education Trust“ (WSET) in London entschieden und neben seinem eigentlichen Beruf seit 2006 drei Stufen dieser Weinausbildung erfolgreich absolviert. Die dritte Ausbildungsstufe, das 2009 nach einem Intensiv-Vorbereitungskurs an der Weinakademie Berlin erworbene „Advanced Certificate“ berechtigt ihn, das Logo des WSET - als zertifizierter Weinfachmann - in seinen Unterlagen zu führen und ist gleichzeitig Zulassungsvoraussetzung für das Diplomstudium an der FH Geisenheim. (Das noch zu schaffen, wäre sein Traum) 

Sein Credo: "Ich liebe „guten Wein“ (ein sehr subjektiver Begriff) und schrecke auch nicht vor großen Namen zurück. Ich bin aber kein „Etikettentrinker“, sondern der festen Überzeugung, dass sich auch in „vernünftigen“ Preissegmenten (hängt immer vom Anlass ab) unzählige großartige, ja große Weine finden, und das diesseits von 50 Euro/Flasche. In meinen „Standard-Verkostungen“ spielen Weine von ca. 7 bis ca. 20 Euro die Hauptrolle. Last, but not least, ich glaube nicht, dass man in der Regel für unter 5 Euro „gute Weine“ kaufen kann." 

Und er liebt Cigarren und hat sich deshalb sehr gefreut, als Cigarnews, zu dessen Kölner Aficionados-Gruppe er gehört und in der er sich sehr wohl fühlt, ihm angeboten hat, auf Cigarnews zum Thema Wein & Cigarren zu schreiben.

 

 

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