Besuch bei der 5th Avenue - 21.10.2010

Auch wenn einem der Schwarzwald nicht sofort in den Sinn kommt, wenn man an den Sitz des deutschen Habanos Exklusivimporteurs denkt, macht es dennoch Sinn, wenn man mehr über die 5th Avenue Products GmbH und die mit ihr verbundenen Unternehmen und Personen weis. Denn über die beliebten Puros aus Cuba wurde ja schon ausgiebig in allen Medien berichtet. Grund genug für CigarNews, zusammen mit einer Gruppe Aficionadas & Aficionados vor Ort einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.


Vier Generationen Erfahrung

Die Geschichte des Hauses »Villiger« beginnt vor weit über einem Jahrhundert, als der Buchhalter Jean Villiger, tatkräftig unterstützt von seiner Frau Louise, 1888 in Pfeffikon eine kleine Cigarrenmanufaktur in seinem Wohnhaus einrichtet. Hier im Norden des schweizerischen Kantons Luzern, legt er den Grundstein für das Unternehmen. Bedingtes Wissen um die Herstellung eines Produkts ist die eine Sache, unternehmerisches Handeln die andere, denn Wissen lässt sich aneignen. So denkt auch Jean Villiger, und er macht seine Sache gut. Im ersten Dezennium des neuen Jahrhunderts überrascht dann die Manufaktur – mittlerweile eine respektable Firma – die Cigarrenwelt zum ersten Mal mit einem innovativen Produkt: Auf Anregung Louise Villigers kommt 1907 mit der »Villiger Kiel« eine Cigarre unter Verwendung eines Gänsekiels als Mundstück auf den Markt, damit kein Tabak mehr in den Mund gelangt. Noch heute ist die »Kiel«, die »Mutter« aller Mundstückcigarren, in der Schweiz die meistverkaufte Cigarre dieser Machart. »Innovationskraft«. Im Produktbereich ist das – über alle Generationen hinweg – eines der Schlüsselwörter des Hauses »Villiger«, das seit 1910, seinerzeit auf Betreiben von Louise Villiger, auch eine Niederlassung im süddeutschen Waldshut-Tiengen hat.

In der 2. Generation lenken Hans und Max Villiger die Geschäfte des Unternehmens. Auf Hans und Max Villiger folgten die Söhne von Max, Heinrich und Kaspar Villiger. Nachdem sich Kaspar 1989 voll in den politischen Dienst für sein Land stellte, führte Heinrich Villiger als einziger Eigentümer die Unternehmen der Villiger-Gruppe in der Schweiz, Deutschland und Indonesien. Frau Corina Villiger - eine der Töchter von Heinrich Villiger und somit Vertreterin der vierten Generation - nimmt ihre Verantwortung als Verwaltungsrätin des Unternehmens wahr.


In love with tobacco

Das ist das Motto der Villiger-Gruppe, zu deren Portefeuille auch die 5th Avenue Product GmbH gehört. Diese Liebe zum Tabak zeigt sich überall in der Firma und vor allem bei den Mitarbeitern. Man sieht Ihnen förmlich an, wie Sie für und mit dem Tabak leben.

Heinrich Villiger, der im Mai 80 Jahre alt geworden ist - und man sieht es ihm nicht an! - nahm sich persönlich die Zeit um uns zu begrüßen. Charmant wie immer und mit kleinen Seitenhieben auf die Politik erklärte er uns kurz die Philosophie des Hauses und was Villiger vor Ort und in der Welt so alles produziert. Und damit es uns nicht ganz so trocken im Mund wird bei den vielen Zahlen und Fakten, spendierte Marketingchef Christoph Puszkar jedem eine El Rey del Mundo Choix Supreme. Wahrlich kein schlechtes Frühstück.


 

Villiger Produktion

Weiter ging es dann - mit brennender Cigarre - zuerst in den Keller der Produktion, wo uns das riesige Tabak- und Zollfreilager gezeigt wurde. In großen Kühlkammern liegt der Rohtabak und wartet auf die weitere Verwendung. Die fertige Tabakmischung wird in großen Boxen von Hand aufbereitet und direkt per Ansaugung nach oben zur Produktion geleitet. In Atem beraubender Geschwindigkeit werden in den Maschinen der Tabak mit den Um- und Deckblätter verheiratet und laufen quasi endlos durch die Fertigung wo sie auf die passende Formatlänge geschnitten werden.

Pfiffige Aficionados wie der "Humdiorpabst" Marc André, kommen da natürlich auf ganz besondere Produktideen ...


Faszinierend, wie rasend schnell auch die komplexe Produktion von Klassikern wie Tabatip oder Villiger Kiel läuft. Aber nicht nur Maschinen kommen zum Einsatz, für ganz spezielle Produkte wie die "Krummen Hunde" ist sorgfältige Handarbeit gefragt. Oder auch beim bekleben von Kisten für Kleinserien.


 

Alles puro

Zum eigentlichen Wunschziel der angereisten Aficionadas und Aficionados, quasi dem Mekka der Liebhaber cubanischer puros blieb uns erst einmal der Weg versperrt. Denn Lucia Granacher, verantwortlich für das Lager der Habanos und so etwas wie die Gralshüterin des braunen Golds lies uns erst einmal vor dem großen Tor zum Paradies warten. Nachdem wir alle versicherten, unsere mitgebrachten Taschen und Rucksäcke nicht zu füllen, durften wir in das zweigeschossige Lager eintreten.

Das nicht nur räumlich gewaltige Lager beherbergt einen Cigarrenvorat für 6 Monate und manch einer wünschte sich, einmal eine Nacht dort eingeschlossen zu sein.

In der perfekt durchorganisierten Versandabteilung der 5th Avenue, erlebten wir eine perfekten Ablauf der Arbeitsgänge, der auch eine Vielzahl von Bestellungen ohne Fehler zum Kunden leitet. Beim abschließenden Snack in der Kantine blieb bei der zum Abschied spendierten Partagas Lusitania genug Zeit für das eine oder andere Fachgespräch.

Der darauf folgende Abendsmoke in der 1. Heinrich-Villiger-Lounge im Nachbarort Weilheim konnte als nächstes Etappenziel in Angriff genommen werden


Der Abend danach

Nach einem gemeinsamen Abendessen im Gasthof Adler im Beisein von Comercial Manager Antonio de Dios gingen wir zum abschließenden Smoke in die La Cantinetta Bar, der 1. Heinrich-Villiger-Lounge. In der zwar nur 70 qm großen und heimeligen Bar verbrachten wir dann den Abend mit von Christoph Puszkar mitgebrachten Saint Louis Rey Double Corona. Diese reichten natürlich nicht aus und deshalb griffen wir gerne auf den hervorragend bestückten Humidor der Lounge zurück. 



Der Abend davor

Auf grund der teilweisen langen Anreise hatten sich einige Aficionadas & Aficionados bereits einen Abend vorher im Brauhaus Walter getroffen, wo wir uns bei einem gemütlichen Smoke auf den nächsten Tag einstimmen wollten. Cigarren hatten wir in reichlicher Auswahl dabei und als besonderes Highlight unterhielt uns Lothar Häfner auf seiner Gitarre. Bei reichlich Bier und Grappa herrschte eine tolle Stimmung bis zum frühen Morgen.

 

 

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